A | A | A   Schriftgrösse

Fortpflanzung

Die Bär- oder Paarungszeit findet in unseren Regionen zwischen Mai und Juli statt. Finden sich zwei Tiere, geht es nicht spontan zur Sache - erst muss geflirtet und geworben werden - Bärenweibchen sind wählerisch. Nur reife, starke und vor Gesundheit strotzende Bewerber lösen den Eisprung innerhalb von 3 bist 14 Tagen aus, dann erst bekommt der Bärenmann seine Chance. Ein bis über zwei Stunden kann der Liebesakt dauern. Ist einmal ein Ei befruchtet nistet es sich nicht gleich zur weiteren Entwicklung ein. Der Keim ruht bis in den Spätsommer hinein. Das bringt zwei entscheidende Vorteile mit sich: Erstens ist die Bärin auf der Futtersuche nicht durch Schwangerschaftsprobleme behindert und zweitens bettet sich das befruchtete Ei erst dann in die Gebärmutterschleimhaut ein, wenn der Körper der Bärin gesund ist und genug Fett angesetzt hat, um ihre Ende Januar zur Welt kommenden 1- 3 Jungen mit Milch ernähren zu können. Ist dieser Fall nicht gegeben, sterben die befruchteten Eier ab. Das wiederum sichert zumindest das Überleben des Muttertieres. Zweifellos ist das kein Beitrag zur Populationszunahme, jedoch können sich Braunbären aufgrund ihres langen Lebens (25-30 Jahre) diese physiologische Einzigartigkeit leisten. Das Anwachsen einer bestehenden Population verzögert sich durch weitere Faktoren erheblich. In Zeiten in denen Bärinnen als Alleinerzieher ihre Jungen führen - das kann durchaus 2 Jahre dauern - sind sie nicht paarungsbereit. So töten nicht selten geschlechtsreife Bärenmänner die Jungen um die Mutter gefügig zu machen. Nicht einmal 40% der Jungtiere überleben das erste Jahr. Krankheiten und Unfälle sind mitbestimmende Verlustursachen.

Titelfoto H.P. Sorger

© Respect to Wildlife 2018