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Meister Petz verlässt früh sein Winterlager

Beobachtung vom 30.01.2009

Seit 1984 beobachte ich kontinuierlich Bären in Österreich. Noch nie zuvor habe ich erlebt, dass ein Braunbär bei einer derart hohen Schneelage (210 bis 260 cm) und bei den herrschenden niederen Temperaturen (-3 bis -12 Grad) in 1620 m SH in den Gailtaler Alpen bereits am 30. Jänner sein Winterlager verlassen hatte.

In den Morgenstunden des 30.01. stieß ich bei meiner Feldforschungstätigkeit auf eine frische, ausgewachsene Bären-Fährte im Tiefschnee.

Aus Erfahrung weiß ich, dass Braunbären im Alter von ähnlichen Leiden wie wir Menschen, Rheumatismus, Kiefereiterungen oder Gliederschmerzen beispielsweise, geplagt werden können. In solchen Fällen wintern Braunbären erst gar nicht ein oder aber sie werden durch ihr Leiden aus ihrer Winterruhe gerissen. Einige Tage danach, nachdem sich der Verdauungstrakt reaktiviert hat, bekommen sie Hunger. Durch ihre krankhafte Behinderung nehmen sie alles was sie leicht kriegen können.
Auch für den Menschen könnten kranke Bären zu einer nicht zu unterschätzenden Bedrohung werden! Nachdem aber der heurige Winter eine Unzahl von Opfern an Schalenwild forderte besteht kaum eine Gefahr, dass Meister Petz ins Tal zieht und Schäden anrichtet. Mit seiner feinen Nase erschnüffelt er alsbald verunfalltes oder umgekommenes Wild in seinem nahen Umfeld. Es wäre für ihn unökonomisch, eine beschwerliche talwärts gerichtete Wanderung anzustreben.

Sein Gewicht dürfte schätzungsweise bei etwa 160 bis 180 kg liegen. Zum Teil sinkt er ca. 40 bis 60 cm tief ein.

Bärenfährte im Schnee 30.01.2009
Tiefe Eindrücke hinterließ das Bärwild - Foto H.P. Sorger

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Titelfoto H.P. Sorger

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