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Vereinsgeschichte

Ein einschneidendes und prägendes Schlüsselerlebnis widerfuhr 1965 dem Gründervater dieser Interessengruppe, H.P. Sorger. Mit einem befreundeten Studienkollegen reiste der damals 25 jährige Cand. phil. in den kanadischen Yukon, um nach einem stressreichen Jahr zwei Monate zu relaxen. Aufgrund vertrackter Umstände und wohl auch die Lust auf Abenteuer ließ ihn das Land für zwei Jahre nicht mehr los. Mit einem Forscherteam zählte er die Wildtierarten, den Bestand und deren Verbreitung. 100.000 Km² sollten im Bereich des Ross Rivers von Faro bis an die Grenzen der Northwest Territories in mehreren Jahren durchkämmt und der Wildtierbestand kartiert und gezählt werden. Schon in den ersten Tagen dieser Tätigkeit, am 28. April 1965, stand Sorger beim Brennholzsammeln für das aus mehreren Zelten bestehende Basislager nur wenige Meter vor einer zwei Junge führenden Grizzlybärin. Durch die Horrorgeschichten, welche man sich über diese "Bestien" landauf und landab erzählte, glaubte Sorger sein Leben in wenigen Sekunden zu verlieren. Aufgerichtet und bedrohlich stand die Grizzlymutter mit den Jungen vor ihm. Paralysiert und einem den Geist vernebelnden Adrenalinausstoß zog er sich wie automatisiert, den Blick starr auf die Tiere gerichtet, Schritt für Schritt zurück. Gleichzeitig fiel die Bärin von ihrer Haltung ab und alle drei trotteten seelenruhig davon. "Die als Bestien gebrandmarkten Grizzlys haben mir das Leben geschenkt!", verkündete Sorger und widmete von da an den Großteil seines Lebens - in der gesamte Westpaläarktis außer Kamtschatka - allen Unterarten dieser interessanten und hochintelligenten Spezies.

1987 hatte er seine erste Bärenbegegnung in Österreich, in den Gailtaler Alpen am Weissensee, Kärnten. Dieses Erlebnis gebar die Idee, dem vom Aussterben bedrohten Ursus arctos wieder auf die Beine zu helfen. Von Freunden und ehemaligen Studienkollegen finanziell unterstützt begann er mit Lichtbilder - Vorträgen in Schulen, Gemeinden, bei Jagd- und Umweltschutzvereinen, Rotary- und Lions Clubs, Forstbehörden und Ökologieverbänden im deutschsprachigem Raum, um das Verhalten und den Umgang mit Braunbären zu lehren und deren Akzeptanz wie im nie bärenfreien Kärnten zu nähren.

1994 begann er das Sachbuch "Der Bär ist wieder da!" Konflikte und Chancen zu schreiben. Im selben Jahr bewarb sich die Salzburger Diplomzoologin Manuela Siller um die Mitarbeit an seiner Seite. Gemeinsam mit Studenten und Freiwilligen Helfern erweiterten sie ihren Aufgabenbereich. Sie nahmen Bezug auf das 1992 in Rio de Janeiro international beschlossene Biodiversitätsabkommen, dem Artenschutz. Seitdem widmen sie sich der bedrohten Pflanzen- und Tierwelt gleichermaßen.

1995, im Erscheinungsjahr des oben erwähnten Sachbuches im Stocker Verlag in Graz, gründeten die Kieferchirurgin Dr. Tilla Baumann, Hans Peter Sorger und Mag. Manuela Siller den heute immer noch politisch unabhängigen Verein "Respect to Wildlife" (RtW) mit Sitz am Weissensee in Kärnten.

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Ein harmonisches Bild

Grizzlybärin mit 2 Jungen
Foto Michio Hoshino
Dennoch - plötzlich unvorhergesehen und unmittelbar davorzustehen, ängstigt.

 

Titelfoto H.P. Sorger

© Respect to Wildlife 2017