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Brachpieper, Smaragdeidechse und Springfrosch fordern hohen Blutzoll

Warum so eilig, verehrte Niederösterreichische Landesregierung, mit der neuen „Beutegreiferverordnung“ noch kurz vor Weihnachten.
Sie erlaubt niederösterreichischen Jägern in den nächsten fünf Jahren 1000 Mäusebussarde und 250 Habichte zu schießen.
Als Legitimation für diese Abschüsse werden die angeblich von der Ausrottung durch Mäusebussard und Habicht bedrohten Brachpieper, Smaragdeidechsen Springfrösche und andere Kleintiere herangezogen. Ein kräftiges Weidmannsheil und ein Dankeschön unseren „wachsamen, naturschützenden“ Grünröcken, welche derart absurd argumentieren, nämlich „Schutz durch Abschießen“, dass es einem die Worte verschlägt.
Ohne Jäger, so scheint es, überlebt in freier Wildbahn heute nichts mehr!
Laut Angaben der Niederösterreichischen Jägerschaft wurden innerhalb von 33 Tagen bereits 180 Mäusebussarde abgeschossen! Wie viele werden es in 365 Tagen mal fünf sein?
Dringt ein Marder in einen Hühnerstall ein und tötet 12 Hennen, nennt man ihn eine mordlüsterne, im Blutrausch tötende Bestie!
Wie auch immer, von Lust am Töten kann im Falle dieser Beutegreiferverordnung nicht gesprochen werden, der Jäger erfüllt nach besten Wissen und Gewissen lediglich seine Pflicht! Ob es einige gibt die das glauben?

  1. Keine in der Verordnung angeführten 26 Arten werden von Habicht oder Mäusebussard bedroht und
  2. geht es in Wahrheit um das Niederwild. Dass es der Lebensraumverlust ist, welcher auch Hasen und Fasane dezimiert, wird nicht bedacht.
  3. Die Verordnung entspricht zudem nicht der Vogelschutzrichtlinie 79/409/EWG.

Die Jägerschaft verspricht dafür vermehrt in den Naturschutz zu investieren. Das wäre sozusagen - ein trauriger Ablasshandel.
In der Verordnung ist angeführt, dass diese Greifvögel, um Personen nicht zu gefährden (Kugelfang), ausschließlich am Boden beschossen werden dürfen! Aus eigener und vielfacher Erfahrung weiß ich, dass sich daran nur wenige halten werden. Bedauerlich, dass es nicht viele Jäger gibt, welche ihre Passion als freizeitliches Handwerk betrachten und dem Jagdverhalten der Greifvögel, ohne die Flinte in Anschlag zu bringen, mit Begeisterung beobachten!
Letztendlich stellt sich die Frage: Wie viele Grünröcke sind in der Lage einen Mäusebussard von einem Wespenbussard oder einer Rohrweihe zu unterscheiden und wie viele sind sich sicher einen Habicht und keinen Sperber im Visier zu haben?

Wer bin ich?Wer bin ich?

Klicken Sie auf das Bild, um es größer darzustellen - Fotos Jakob Zmölnig

Ihr Hans Peter Sorger

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Titelfoto Jakob Zmölnig

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