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Gedankenloser oder profitgieriger Raubbau im Naturpark Weissensee

Seit dem Ende des 2. Weltkrieges, 1945, sind weltweit 17% aller Pflanzenarten von unserem Erdball durch menschliche Einflüsse für immer verschwunden. Einflussreiche Umwelt- und artenschützende Organisationen warnen seit Jahrzehnten vor profitgierigem Raubbau an unseren natürlichen Ressourcen. Sie predigten und predigen vergeblich!

85 Zentimeter tiefe Fahrspurrinnen
85 Zentimeter tiefe Fahrspurrinnen - Foto H.P. Sorger

Eines der beliebtesten Ausflugsziele, die Urschitz, am österreichischen Weissensee in Kärnten, ein Landschaftsschutzgebiet mit dem Prädikat Naturpark, wurde durch den Einsatz eines waldbearbeitenden Monstergerätes, sprich Harvester, und einem naturunkundigen Lenker für mindestens 15 Jahre zerstört. Fahrspurrinnen mit einer Tiefe von 85 Zentimetern, zerquetschte Wurzeln von stehengelassenen Bäumen, Pilzsporen aus ihrem ursprünglichem Element gerissen und abgestorben, sowie die Zerstörung eines Quellbiotops sind die Hinterlassenschaft eines Profit- bringendem Waldbearbeitungsgerätes. Das Biotop der Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera),eine schützenswerte, weil nur mehr selten vorkommende Orchideenart ist in diesem Bereich höchstwahrscheinlich für immer zerstört. Ebenso ergeht es dem Immenblatt (Melittis melissophyllum), ein Lippenblütler, und dem Alpenveilchen (Cyclamen), einem Primelgewächs. Seit dieser Verwüstung konnte kein einziges Haselhuhn (Tetrastes bonasia), zu den Raufußhühnern gehörend, oder der Grünspecht (Picus viridis) mehr beobachtet werden.

HaselhuhnFliegenragwurzImmenblatt
Klicken Sie auf das Bild, um es größer darzustellen - Fotos H.P. Sorger

Noch ist nicht abzuschätzen welche Arten-Vielfalt dadurch verloren ging. Gäste, welche in diesem Areal über Jahrzehnte entspannende Erholung fanden raufen sich die Haare und sind entsetzt über diese Zerstörung.

Quellbiotope rücksichtslos behandelt
Quellbiotope rücksichtslos behandelt - Foto H.P. Sorger

Wanderwege zugearbeitet
Wanderwege zugearbeitet - Foto H.P. Sorger

Die Unfähigkeit einiger Waldbesitzer, rund um diese Perle, den Gedanken Landschaftsschutz und Naturpark auch zu leben ist offensichtlich. Die gemeinsam erarbeitete Schiene, dem Tourismus - von dem die Einheimischen in der Mehrzahl auch leben - ein einzigartiges Event, nämlich die Natur, weitgehend mit sanfter Bewirtschaftung so zu belassen wie sie ist anzubieten, ist ein Überlebensweg. Sanfter Tourismus, E-Mobilität und die Aufnahme in die europäischen „Alpine-Pearls“ stehen in krassem Widerspruch zu oben beschriebener Handlung. Immer mehr Menschen zieht es in naturbelassene Bereiche, rumorenden, Publikum verdichtenden Events wird immer mehr der Rücken gekehrt. Diese Schiene ist vom Ansatz her eine uns allen dienende, wenn aber diese Gedanken und deren Sinn nicht in die Köpfe und schließlich in die Herzen aller Verantwortlichen dringt, werden die Nachkommen, welche die Zukunft einigermaßen zufriedenstellend überleben wollen, schwer darunter leiden.

Die Verantwortlichen zucken, darauf angesprochen, nicht einmal mit der Schulter, ja selbst der Umweltobmann in diesem Ort quittiert diese Handlung mit einem verlegenem Lächeln und meint: „Es bringt mehr ein und erspart Zeit!“

In großen Teilen des Naturparks wurde diese Brachialgewaltsmaschine Harvester bereits genutzt, jedoch in der sensiblen und artenreichen Urschitz setzt man in völlig unnötiger Weise der Gier und dem Raubbau die Krone auf!

Erst wenn die Gäste ausbleiben und die Kassen leer sind, dann wird es ein hektisches Umdenken geben – leider aber wird das zu spät sein! Selbstverständlich ist Grundeigentum zu respektieren, wird aber gewissenlos damit umgegangen fällt einem solch ein Respekt schwer. Jeder Gast, der im Naturpark Weissensee seinen Urlaub verbringt, sein schwer verdientes Geld hier lässt und dem diese Zerstörung auffällt, sollte der Gemeinde davon Mitteilung machen, um mehr davon zu verhindern. Schließlich ist Natur Allgemeingut!

Ihr Hans Peter Sorger

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Titelfoto H.P. Sorger

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