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Falkenraubmöwe

Stercorarius longicaudus

Naturpark - Weissensee: immer gut für sensationelle ornithologische Raritäten.

Wolfgang Pfitzner, Gast am Weissensee, entdeckte am 01.09.2010 an diesem See eine Falkenraubmöwe, fotografierte sie und leitete das Ergebnis an Herrn Dr. Hans Martin Berg, Naturhistorisches Museum in Wien weiter.
Es ist der 6. Nachweis einer Falkenraubmöwe innerhalb von 128 Jahren in Kärnten. Am 14. September 2010, um 11 Uhr 47 hatte sich der Vogel ungewöhnlich hochgeschraubt und verließ in südwestlicher Richtung auf Nimmerwiedersehen den Weissensee.

Falkenraubmöwe
Leicht und geschmeidig erhebt sie sich vom Wasser - Foto Jakob Zmölnig

Vermehrt flog der rare Geselle - welcher in den Tundren der nördlichen Hemisphäre verbreitet ist, in Skandinavien, auf Grönland und in Russland brütet – in den Morgenstunden. Diese in Österreich absolute Ausnahmeerscheinung ist in diesen Flugphasen nicht leicht zu fotografieren. Erst gegen 10 Uhr / 10 Uhr 30 lässt die Flugaktivität nach und die Falkenraubmöwe wassert (setzt sich aufs Wasser) zumeist zwischen der großen Steinwand und der Naggler Schiffs-Anlegestelle. Verfügt man über ein gutes Spektiv mit 30- bis 60facher Vergrößerung wurde eine geduldige Suche vom Nordufer aus stets belohnt.

Falkenraubmöwe
Nah genug, um sebst das Insekt zu identifizieren - Foto Bernhard Huber

Jeden Tag konnte ich sie lokalisieren und ihr mit einem Boot so nahe kommen, dass gute Fotos geschossen werden konnten.
Per Internet an alle Bird Life Stationen und viele Vogelkundler gemeldet, fanden sich innerhalb von 13 Tagen über 150 Ornithologen internationaler Provenienz - Italien, Schweiz, England, Deutschland, Holland und Österreich ein - nur um den Vogel wenigstens zu sehen.
Ihren Namen verdankt sie ihrem falkenähnlichem Flugbild und der Tatsache, dass sie andere Möwen hetzt und ihnen solange lästig zusetzt bis diese ihre Beute ausspeien, welche sich dann der „Räuber“ zu Gemüte führt.
Allein der Flug dieser Möwe begeistert jeden Vogelfreund, er mutet weich, ausgesprochen sanft und geschmeidig an. Im Prachtkleid fallen zusätzlich seine überaus langen Schwanzspieße auf.

Falkenraubmöwe
Sie präsentiert sich von der besten Seite - Foto Jakob Zmölnig

Schon in mehreren Fällen zeichnete sich der Weisensee in Bezug auf Raritäten aus. 2005 entdeckte Sorger einen Eistaucher (Gavia immer). Vorkommen hauptsächlich in Nordamerika, europäischen Tundren und Island.
2004 13 Brandseeschwalben (Sterna sandvicensis) und eine Steppen-Weißkopfmöwe machten Siller und Sorger gemeinsam aus.

Ihr Hans Peter Sorger

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Titelfoto Bernhard Huber:
Ein genussvoller Anblick.

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